• 4. Implantologydays 2016
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IV. Internationale Implantologie TAGE

The future starts now!

Bereits zum vierten Mal trafen sich vom 08.-10.04.2016 internationale interessierte Kollegen in Baden-Baden zu den International Implantology Days, einer Veranstaltung des Seattle Study Clubs. Die Organisation des Kongresses der Dentclinic & Academy von Dr. Henriette Lerner bot beeindruckenden 40 Referenten und 300 Teilnehmern aus 20 verschiedenen Ländern Lösungen und mögliche Wege für die Zukunft der Zahnmedizin. Themen wie der Wandel der herausfordernden Aufgaben der heutigen Implantologie und die zunehmenden Möglichkeiten der Digitalisierung sowie die offene Diskussion von Grenzen und Möglichkeiten standen im Fokus der glamourösen Veranstaltung.

Eine der Botschaften: Die Digitalisierung der Medizin und speziell der Zahnmedizin ist der absolute Zukunftstrend. Mithilfe der Digitalisierung lassen sich verschiedene Optionen im Vorfeld einer umfangreichen Behandlung und mit der Voraussetzung bestimmter Fragestellungen vorhersagbar planen und perfekt umsetzen. Ein recht neues Beispiel innovativer digitaler Methoden wurde anhand des Baltic Denture Systems vorgestellt, welches mithilfe von Aufstellungs-Schablonen erlaubt in nur einer Sitzung die horizontale und vertikale Kieferrelation bei einer Vollprothese zu bestimmen, damit auch die konventionelle Silikon-Funktionsabformung vorzunehmen und eine Zahnfarbbestimmung an das Dentallabor zu übermitteln. In einem Laborscanner wird alles eingescannt, später werden die Sättel der Prothese entsprechend der Funktionsabformung nach 3D-Design in einer Fräsmaschine aus einem Kunststoffblock herausgefräst. In der zweiten Sitzung erlaubt es diese Methode, die Prothese mit perfekter Passform einzugliedern. Hier wurde demonstriert, welchen enormen Zeitgewinn sich mit modernen CAD/CAM-Methoden realisieren lässt.

Digitale Verfahren in der Chirurgie sind schon seit längerem bekannt und werden u.a. bei individuell auf den Defekt „zugeschnittenen“ Knochenblöcken angewendet. Ein interessanter neuer Ansatz aus dem Bereich der Distraktions-Osteogenese wurde ebenfalls vorgestellt. Hierbei kommt eine Art „Regenschirm“-Implantat zum Einsatz, an dessen Schulter die Distraktionsschraube eingebaut ist. Durch die Drehbewegungen an der Schraube kann sukzessive langfristig Knochen in der Vertikalen aufgebaut werden. Wissenschaftliche Studien zum Thema zeigen erste vielversprechende Ergebnisse. Eine Kallusdistraktion ist allerdings auch auf andere Weise anzuwenden, z.B. wurde eine Technik gezeigt, wodurch mit einer Titanplatte, die formkongruent auf dem krestalen Anteil des Kieferkamms aufliegt, eine Neubildung in der Vertikalen angeregt werden kann. um Bruxismus, Kaudruckspitzen und Überlastungen an Zähnen und damit verbundenem Stress in den Kiefergelenken zu kontrollieren und zu regulieren.

Weitere Techniken während der Implantatinsertion rücken weiter in den Vordergrund. Kann man nach der Extraktion eines Zahnes anfänglich noch erfolgreich mithilfe einer Socket Preservation-Technik einer Atrophie zumindest in den ersten Jahren vorbeugen, so sind doch später in den Jahren danach nicht selten Probleme durch starke Schrumpfung des Knochens zu beobachten. Diese teils umfangreichen Atrophien können reduziert werden, indem Anteile der Wurzel des zu extrahierenden Zahnes in der Alveole respektive an der bukkalen Alveolenwand zurückgelassen werden. Voraussetzung ist, dass die Wurzeln ohne Infektion sind. Die Socket Shield-Technik sei hier stellvertretend hervorzuheben. Hierbei wird zeitgleich mit der Sofortimplantation nur eine Teilextraktion vorgenommen. Der bukkale Knochen haftet an dem dünnen Anteil der Restwurzel und schützt auf diese Weise den Bundle Bone vor Resorption. Die wissenschaftlichen Langzeitdaten über diese Technik sprechen für ein vielversprechendes, erfolgreiches Konzept. Dem Erhalt des dortigen Gewebes galt ebenso das vorgestellte Marginal Migration Concept. Bei dieser Methode wird der komplette Zahn in der ästhetisch relevanten Zone extrahiert und mit einem Provisorium sofort versorgt. Besondere Beachtung findet hierbei die Gestaltung der provisorischen Krone. Diese wird unterdimensioniert angefertigt, um dem Weichgewebe Raum zu geben. Mit diesem Vorgehen assoziiert kann eine Zunahme des vertikalen Weichgewebes beobachtet werden, welche zeitgleich mit der Implantation durch ein Bindegewebstransplantat unterstützt werden kann.

Die Digitalisierung macht auch vor dem Design wurzelanaloger Implantate nicht Halt. Nach DVT oder CT besteht die Möglichkeit, Implantate exakt der Anatomie des zu extrahierenden Zahnes anzufertigen und nach der Extraktion – die zugegebenermaßen recht schonend für die Alveole verlaufen sollte – das einteilige Implantat direkt zu inserieren. Dieses wird logischerweise nicht geschraubt, sondern eingeklopft. Auf dem integrierten Abutment wird anschließend ein Provisorium außer Kontakt eingegliedert.

Neben weiteren sehr interessanten Vorträgen internationaler Referenten sind besonders auch die Berichte über das humanitäre Engagement einiger Kollegen hervorzuheben. humanity in dentistry: Prof. Dr. mult. Sader stellte das Team Nicaplast vor, welches unter schwierigsten Hygienebedingungen in Nicaragua – einem der ärmsten Länder der Welt – dafür sorgt, dass Kinder mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten eine ästhetisch plastische Chirurgie erhalten und damit Lebensqualität zurück gewinnen. Das OP-Team operiert vor Ort immer begleitet von einheimischen Ärzten, um diese dort für solche Operationen auszubilden (www.nicaplast.de).

Das Rahmenprogramm mit dem traditionellen, glanzvollen Abend im Casino und dem rustikalen Gala-Diner in der Geroldsauer Mühle mit Unterhaltung durch Tony Marschall rundete den sehr informativen, gelungenen Kongress ab und machten neugierig auf das Programm im nächsten Jahr.


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Implantologen
in Baden-Baden auf jameda
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